Die Beheizung des neu errichteten Stadions wird durch den Einsatz zweier baugleicher Wärmepumpen in Verbindung mit einem Gas-Brennwertkessel realisiert. Als Wärmequelle für den Betrieb der Wärmepumpen dienen mehrere Entnahme- und Schluckbrunnen, aus denen Grundwasser entnommen beziehungsweise wieder eingespeist wird.
Individuelle Lösung
Als Brunnenanlage kommen aufgrund der benötigten Energieleistungen Sonder-Bauwerke zum Einsatz. Dafür mussten umfangreiche und gesonderte Gutachten und Simulationen erstellt werden.
Das Heizsystem wurde entsprechend den Temperaturanforderungen der Verbrauchergruppen in ein Hochtemperatur-System (max. 75/55°C) und ein Niedertemperatur- System (50/30°C) unterteilt.
Das Konzept
Das Heizkonzept sieht vor, dass die Wärmeversorgung, wenn möglich, ganz über die Wärmepumpen realisiert wird. Erst bei Anforderung höherer Vorlauftemperaturen (> 50°C) durch die Hochtemperatur-Verbrauchsgruppen, schaltet der Brennwert-Gaskessel zu und versorgt diese Verbrauch entsprechend den Erfordernissen. Die Niedertemperatur-Verbrauchsgruppen werden durch die beiden Wärmepumpen versorgt. Der Gas-Brennwertkessel fungiert zudem als redundanter Wärmeerzeuger bei Ausfall der Wärmepumpen.
Das Kühlkonzept sieht vor, dass die Kühlprozesse über natürliche Kühlung erfolgen. Hierbei wird das niedrige Temperaturniveau des Grundwassers genutzt, um die Verbraucher mit Kühlwasser (12/18°C) zu versorgen. Zusätzlich kann an warmen Tagen die Rasenfläche der Impuls Arena temperiert werden. Das neue Stadion des FC Augsburg ist hinsichtlich der energetischen
Konzeption der Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme weltweit einzigartig.
Der überwiegende Teil des Energiebedarfs wird durch die Nutzung des Grundwassers aus den beiden Tiefenbrunnen gespeist. Der Einsatz von CO2 -freiem Strom zum Antrieb der Wärmepumpen und die Befeuerung des Gaskessels mit Biogas runden das Konzept ab.
Ein Stadion als Weltvorreiter
Die FCA Impuls Arena Augsburg ist damit das erste Stadion der Welt, das im Betrieb eine CO2 -neutrale Energiebilanz vorweisen kann. 2010 erfolgte die Ehrung für ein innovatives, umweltentlastendes Projekt durch das bayerische Kompetenzzentrum Umwelt e.V. (KUMAS).
Gegenüber der ursprünglich ausgeschriebenen Leistung ergeben sich folgende
Vorteile:
- optimierte Energieeffizienz
- minimale Umweltbelastung
- minimale Life Cycle Costs
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